Prettin

Der Ort wurde 965 erstmals urkundlich erwähnt. Eine Benennung als Stadt erfolgte nachweislich bereits 1334. Die Grundstruktur der von einer Ringmauer umgebenen Altstadt besteht seit 16. Jahrhundert.

 

Die Stadtmauer, die einst eine Höhe von 5 m hatte und auch über einen Wehrgang verfügte, war durch drei Tore passierbar. Der letzte noch erhaltene Turm am Lichtenburger Tor ist eines der Wahrzeichen unserer Stadt.

 

Sehr interessant ist der Besuch der Prettiner Marienkirche. Der schöne holzgeschnitzte Altar besteht aus Teilen der Hoch- und Spätgotik und wurde auf das Jahr 1480 datiert. Auf der Rückseite zeugen Darstellungen aus dem Leben des heiligen Antonius davon, dass der Altar aus der Kapelle des einstigen Antoniterhauses Lichtenbergk entstammt. Nachweislich ist er ein Geschenk der Kurfürstin Hedwig von Sachsen an die Stadtkirche um 1614.

 

Das Schloss Lichtenburg wartet mit zahlreichen Ausstellungen sowie der Gedenkstätte zum KZ Lichtenburg auf seine Besucher. Im 14. Jahrhundert als Herberge für Kranke und verunglückte Wanderer gegründet, entwickelte sich daraus im Laufe der Zeit ein namhaftes reiches Kloster der Antoniter. Martin Luther weilte hier sehr oft und so wurde dieser abgeschiedene Ort für zwei wichtige Unterredungen 1518 und 1520, die über das Schicksal des großen Reformators entscheiden sollten, ausgewählt. Im Ergebnis der Reformation wurde das Atoniterhaus 1525 aufgelöst. Fünf dänische Königstöchter fanden Zuflucht und ihren Witwensitz im Schloss. 1536 bis 1545 lebte hier Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg, die aus Glaubensgründen 1528 vor ihrem Gemahl geflohen war. Auf Veranlassung von Kurfürst August von Sachsen und seiner Gemahlin Anna wurde das Schloss Lichtenburg von 1565 bis 1581 auf den Mauern des alten Klosters errichtet. Von 1611 bis 1641 lebte die Kurfürstin Hedwig im Schloss Lichtenburg. Sie war die Gemahlin von Christian II., einem Enkel von August und Anna und erhielt dieses Schloss im Heiratsbrief als Witwensitz. Die letzten beiden Kufürstinnen Wilhelmine Ernestine von der Pfalz und Anna Sophie von Sachsen lebten hier von 1689 bis 1717. Anna Sophie war die Mutter von August dem Starken und erzog ihren Enkel bis zu dessen 14. Lebensjahr hier im Schloß. Unrühmlich ging das Schloss in der Zeit von 1811 bis 1929 als Zuchthaus und von 1933-1939 als eines der ersten deutschen Konzentrationslager in die Geschichte ein.

 

Zurück in die Gegenwart erwartet die Besucher eine schöne ruhige Auenlandschaft mit zahlreichen Seen und reichhaltiger Flora und Fauna. Erholung bietet das Touristenzentrum und der Campingplatz mit behindertengerechter Ausstattung.


Erfahren Sie mehr unter:

Stadt Annaburg

Torgauer Straße 52

06925 Annaburg

 

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E-Mail:

Homepage: www.stadt-annaburg.de